Article published In: Reinardus: Yearbook of the International Reynard Society
Edited by Richard Trachsler and Baudouin Van den Abeele
[Reinardus 36] 2024
► pp. 88–123
Der Salamander
Fusion und Konfusion in Texten und Bildern zwischen 1100 und 1450
Article language: German
Published online: 23 May 2025
https://doi.org/10.1075/rein.00083.hel
https://doi.org/10.1075/rein.00083.hel
Abstrakt
Der Salamander tritt uns in den Künsten in vielen unterschiedlichen Gestalten entgegen: als Schlange, Drache,
geflügelter Vierbeiner, Vogel, als haariges oder pelziges und echsenartiges Tier. Seit der Antike verbinden sich mit ihm
legendarische Eigenschaften, vor allem Giftigkeit und Feuerresistenz, die ebenfalls verbildlicht wurden. In der Buchmalerei wurde
er insbesondere zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert in unterschiedlichen Schriften religiösen, enzyklopädischen und literarischem
Inhalts illustriert. Die Darstellung des Salamanders als Pelztier oder Vogel erklärt sich dabei durch eine seit dem 12.
Jahrhundert fassbare Verschränkung des feuerresistenten Tieres mit einem feuerresistenten Material, das man wahlweise aus seiner
Haut, Wolle oder seinen Federn gefertigt glaubte. Die Eigenschaften, die in der Antike mit asbeston oder
amiantos verbunden worden waren, wurden auf den Salamander übertragen, sein Name selbst zum Synonym für ein
feuerfestes Material. Erst im 15. Jahrhundert ist in einem Tractatus de herbis die erste naturnahe Wiedergabe
eines Feuersalamanders überliefert.
Article outline
- Der Salamander und das Feuer
- Der Salamander als Schlange
- Der Salamander als Echse mit Gebäude
- Der geflügelte Salamander
- Der Salamander Früchte und Wasser vergiftend
- Haut, Haar, Wolle oder Federn? Der Salamander als Asbest-Lieferant
- Marco Polo: Die Wahrheit über den Salamander
- Echse und Lurch
- Resümee
- Hinweise
