Article published In: Bochumer Philosophisches Jahrbuch für Antike und Mittelalter: Band 22
Herausgegeben von Manuel Baumbach und Olaf Pluta
[Bochumer Philosophisches Jahrbuch für Antike und Mittelalter 22] 2019
► pp. 118–135
Die Theorie des Schönen des Johannes Scottus Eriugena
Article language: German
Published online: 27 August 2020
https://doi.org/10.1075/bpjam.00042.koc
https://doi.org/10.1075/bpjam.00042.koc
Abstrakt
Der vorliegende Artikel befasst sich mit der Theorie des Schönen und der Schönheit im Denken des Johannes Scottus Eriugena, basierend auf seinem Hauptwerk Periphyseon, den ‚Aulae sidereae‘ (Carmen 25), einem Gedicht Eriugenas, und dem Kommentar zur Schrift ‚Über die himmlische Rangfolge‘ des Pseudo-Dionysius Areopagita. Dazu werden zunächst die metaphysischen Grundlagen für eine Theorie des Schönen im System des Eriugena, wie er sie im s.o. erarbeitet, kurz und prägnant vorgestellt: Für Eriugena ist das Seiende eine Erscheinung und Manifestation Gottes, des unsagbaren Prinzips, des Einen. Danach wird aufgezeigt, wie Eriugena das Schöne als Konkretwerdung des Einen denkt, wobei zuerst die Schönheit der Natur besprochen wird, um dann einen Blick auf den Sonderfall der menschengemachten Kunst zu werfen. Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass Eriugena die Kunst als eine reflexive Haltung des Menschen zur Welt und ihrem Ursprung versteht.
Abstract
This article deals with the theory of art and beauty of John Scottus Eriugena. It is based on Eriugenaʼs main metaphysical writing, the Periphyseon, as well as his Aulae sidera (Carmen 25) and his commentary on Pseudo-Dionysius Areopagitaʼs work ‚On the Celestial Hierarchy‘. At first, Eriugenaʼs metaphysical teachings, as they are unfolded in the Aulae siderae are briefly introduced as the basis for his theory of beauty: according to him, all being is a theophany, a manifestation of God as the ineffable principle of everything. Then, Eriugenaʼs thinking of beauty as a substantiation of the One is explained, at first regarding the beauty of nature and thereafter the beauty of human-made art. This article argues that Eriugenaʼs understanding of art is that of a reflexive relation of man towards the world and its primordial ground.
Article outline
- Fragestellung
- Die metaphysischen Grundlagen für eine Theorie des Schönen im System Eriugenas
- Das Schöne als Konkretwerdung des Einen – Die Schönheit der Natur
- Kunst als imitatio creatoris
- Philosophischer Ertrag
- Theologischer Ertrag
- Anmerkung
