Translation und Gender [Gender in translation]
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Der Term bzw. das Konzept „Gender“ als kulturelles Geschlechterkonstrukt, das sich auf das Zusammenleben von Männern und Frauen in Abhängigkeit von Zeit, Ort und sozialem Umfeld bezieht, kam als analytische Kategorie der Translationswissenschaft Ende der 1980er Jahren auf. Dies war eine Folge der vielen verschiedenen Feminismusbewegungen, die in den 1960er und 1970er Jahren entstanden waren. In dieser Zeit erschienen einige wegweisende Bücher und zahlreiche Artikel zum Thema „Translation und Gender“ (Simon 1996, Flotow 1997). Im Laufe der 1990er Jahre bekam der Begriff „Gender“ ein etwas breiteres Bedeutungsspektrum und schloss auch Aspekte der Homosexuellen-Bewegung und der Queer-Theorie sowie Ansätze zur diskursiven Performativität der Gender ein. Diese Aspekte werden heute in der Translationsforschung untersucht.